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| Echtdampf
- Kessel und Wasser, etc. (März
2006) |
| Allgemeine
Infos zu Echtdampf, Kesselstein, zu verwendendes Wasser, etc. |
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Wasser
und Dampf:
Die Dampfmaschine braucht Dampf, und der wird im
Kessel durch Erhitzen des Wassers produziert.
Um die Lebensdauer des Kessels nicht unnötig zu verkürzen
sollte gereinigtes Wasser verwendet werden, daß mit einer
geringen Menge (einige %) Trinkwasser gemischt sein sollte. Gereinigte
Wässer sind destilliert, entsalzt, vollentsalzt oder über
Umkehrosmose und andere Membranverfahren gewonnen. Regenwasser ist
relativ rein und in etwa mit destilliertem Wasser gleichzusetzen.
Fängt man Regenwasser nicht direkt auf sondern über ein
Dach und Regenrinne sind neben Staub ziemlich sicher auch Sand und
andere Schmutzpartikel im Wasser zu finden. Eine Filtration des
Wassers ist notwendig, ein Kaffeefilter reicht aus. |
Welches
Wasser verwenden?
Ich verwende einfach-entsalztes Wasser (= deionisiert, bekommt man
auch im Baumarkt) mit sehr geringer Zumischung von (bei mir sehr
kalkhaltigem) Leitungswasser. Salze, die Ablagerungen bilden sind
aus dem einfach-entsalztem Wasser mittels Ionentauscher entfernt
worden. Man kann statt Leitungswasser auch eine geringe Menge Phosphatsalze
zugeben - dadurch wird der Kessel mit einer passiven Phosphatschicht
überzogen (wirkt wie ein Rostschutz, üblich bei Heizungskreisläufen).
Durch die Zugabe wird die Aggressivität des Wassers vermindert.
Unbedingt sollte man Chloride im Kesselwasser vermeiden, diese fördern
Korrosion erheblich! |
Kesselstein
und andere Gefahren für den Kessel:
Kesselstein sind Kalkablagerungen, die sich auf Dauer aus dem Wasser
im Kessel absetzen. Je kalkhaltiger das Wasser ist, desto schneller
kann sich Kesselstein bilden. Der Kalkgehalt im Wasser wird über
den Grad deutscher Härte (°dH) angegeben, wobei die Konzentration
der chemischen Elemente Calzium, Magnesium, Strontium und Barium
im Wasser gemeinsam in den Wert der Gesamthärte eingehen. Trinkwasser
liegt im Bereich von weichem (1-7°dH) über (mittel)hartem
(7-21°dH) bis hin zu sehr hartem Wasser (>21°dH).
Kesselsteinbildung wird man bei allen gereinigten Wässern (destilliert,
entsalzt, etc.) nicht feststellen, es finden sich in diesen Wässern
keine "kalkigen" Salze mehr.
Regenwasser ist je nachdem wie und wo es aufgefangen wurde relativ
rein und mit destilliertem Wasser gleichzusetzen, jedoch zumindest
mit gasförmigen Luftverunreinigungen angereichert --> Stichwort
saurer Regen! Je saurer das Wasser ist, desto leichter wird es denKessel
angreifen, d.h. der Kessel könnte letztendlich durchkorrodieren.
Ein wichtiger Hinweis zur Reinheit:
je höher die Reinheit des Wassers desto aggresiver wird es
und kann den Kessel schädigen!
Dies erklärt sich durch den Umstand, daß Wasser bekanntlich
als Lösungsmittel wirkt (Salz, Schmutz, etc.) und sehr reines
Wasser eine starke Tendenz hat alles Mögliche zu Lösen,
d.h. auch der Kessel selbst kann angegriffen werden. Die hohen Temperatur
im Kessel verstärken dies noch, da sämtliche chemische
Reaktionen wesentlich schneller werden! Im Kessel herrschen immerhin
Temperaturen von ~150°C. Die Schädigung des Kessels, auch
Korrosion genannt, macht sich irgendwann vorwiegend als Lochfraß
bemerkbar. Daneben gibt es noch andere Formen von Korrosion. Angemerkt
sei noch, daß Chloride Korrosion stark begünstigen, sie
sollten im Kesselwasser unbedingt vermieden werden. Auch unterschiedliche
elektrische Potentiale begünstigen Korrosion, den Kessel als
Masseleiter für z.B. Beleuchtung einer Lok zu verwenden ist
darum nicht anzuraten (vielleicht ist diese Sorge aber unbegründet,
da die Ströme doch eher gering sind).
Absolut reines Wasser empfiehlt sich also nicht besonders, da der
Kessel auf Dauer geschädigt werden könnte. Eine höhere
Leistung der Dampfmaschine ist durch Verwendung von reinem Wasser
übrigens nicht zu erzielen, aber die Lebensdauer des Kessels
und der Leitungen erhöht sich jedenfalls. |
Zum
pH Wert:
Jedes reine Wasser das ein bisschen an Luft steht nimmt CO2
(Kohlendioxid) auf, das im Wasser sofort Kohlensäure bildet.
Dadurch sinkt der pH Wert unweigerlich auf pH~5. Sobald das Wasser
auf >60°C erhitzt wird, kann man aber davon ausgehen, daß
sämtliche Kohlensäure zerstört wurde, der pH steigt
wieder in den neutralen Bereich (pH~7). |
Die
Leitfähigkeit des Wassers ist ebenso aufgrund der
CO2 Aufnahme nur bedingt als Maß für
die Reinheit des Wassers geeignet. - Ausnahme: direkt nach Erzeugung
des Wassers. Hochreines Wasser hat direkt nach der Erzeugung eine
Leitfähigkeit von ~0,055µS/cm, nach nur einer Stunde
kann die Leitfähigkeit schon wieder auf ~1,0µS/cm gestiegen
sein. |
Entkalken:
Sollte ein Kessel tatsächlich mal starke Kesselsteinbildung
aufweisen, empfehle ich eine heiße (~80 bis 90°C), aber
nicht kochende Zitroensäurelösung zum Entkalken zu verwenden.
Zitronensäurelösung riecht nicht so intensiv wie Essig
und ist wirkungsvoller - sie ist übrigens auch für Kaffeemaschinen
das Mittel der Wahl, verwiesen auch diverse Herstaller daruaf keinesfalls
Essig zu verwenden. Kochen soll man diese Zitronensäurelösung
im Kessel deswegen nicht, da sich sonst schwerlösliche Citrate
bilden könnten und diese dann wie der Kalkbelag wirken. Zitronensäure
bekommt man um wenig Geld im Lebensmittelgeschäft (Säuerungs-
und Konservierungsmittel z.B. für Marmelade). |
Dampfdruck
und Temperatur:
Wie jede Flüssigkeit
hat auch Wasser einen gewissen Dampfdruck. Das heißt, ein
bestimmter Druck stellt sich in der Umgebung des Wassers (überhalb
der Wasseroberfläche) ein weil ein Teil des Wasser verdampft.
Der Dampfdruck ist von der Temperatur abhängig. Steigt die
Temperatur im Kessel, steigt also auch der Druck.
In einem geschlossenen Gefäß (z.B. einem Dampfkessel)
bildet sich entsprechend dem Dampfdruck ein Gleichgewicht zwischen
gasförmigen und flüssigem Wasser. Wird Dampf entnommen
wird bei konstanter Temperatur sofort Dampf nachgebildet.
Der Druck im Kessel kann am Manometer, die zugehörige Temperatur
in der nebenstehenden Kurve abgelesen werden. |
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Literatur
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