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| Echtdampf
- Brenntstoff Flüssiggas (Mai
2006) |
| Allgemeine
Infos zu Echtdampf, Brennstoff Flüssiggas, Butan, Propan und
Gemische daraus. |
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Für
das Betreiben von Modelldampfmaschinen kann neben brennbaren Flüssigkeiten
(Spiritus, etc.) oder Feststoffen (Kohle) natürlich auch Gas
verwendet werde. In Frage kommen vor allem die Flüssiggase
Butan, Propan, iso-Butan und Mischungen derselben. |
| Als
Flüssiggase bezeichnet man Gase, die bei Raumtemperatur
unter mäßigem Druck verflüssigt werden können. Im Druckbehälter
liegt das Gas also als Flüssigkeit vor, nur ein kleiner Teil des
Brennstoffes ist tatsächlich gasförmig. Verringert man den Druck
durch das Öffnen des Ventils, entweicht das Gas und augenblicklich
verdampft flüssiger Brennstoff, und zwar genau so viel wie Gas entnommen
wurde. Der Druck im Behälter bleibt gleich, es herrscht also ein
Gleichgewicht zwischen flüssigem und gasförmigem Brennstoff. Ein
Nebeneffekt davon ist, daß der Druck im Behälter erst dann zu sinken
beginnt, wenn kein flüssiges Flüssiggas mehr vorhanden ist. Der
Druck im Gasbehälter sagt also nur bedingt etwas über den Füllgrad
aus – ein gewisser Nachteil. Dieser Effekt kann z.B. bei Bierzapfanlagen
beobachtet werden. Um das Bier aus dem Faß zu drücken
verwendet man CO2 (Kohlendioxid, oft auch
nicht ganz korrekt als Kohlensäure bezeichnet). Das CO2
liegt als Flüssiggas vor. Der Druck in der Flasche bleibt so
lange konstant bei 56,56 bar, bis er dann plötzlich sehr rasch
abfällt. Der Druck in der Flasche ist bei Flüssiggasen
erst zum Schluß ein Indikator für den Befüllungsgrad.
Ganz im Gegensatz dazu kann ein Taucher bei seiner Druckluftflasche
ständig den Luftverbrauch anhand des fallenden Druckes in der
Flasche berechnen. Die Druckluft ist eben „nur“ komprimiertes
Gas, aber kein Flüssiggas. |
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| Zurück
zu den Gasen die für das betreiben von Modelldampfmaschinen
in Frage kommen. Übliche Gase sind Butan, Propan und deren
Mischungen. Der Siedepunkt von reinem Butan liegt bei -0,5°C,
der von reinem Propan bei -42°C. Näherungsweise (Butan
und Propan sind chemisch relativ ähnlich) kann man davon ausgehen,
daß der Siedepunkt von Mischungen prozentuell entsprechend
dazwischen liegen. Die Berechnung ist einfach:
30%Butan+70% Propan = (-0,5)*.0,3+(-42)*0,7 = -29,55°C.
Folgend ist eine Tabelle für das Gemisch Propan - Butan sowie
die dazugehörige Siedepunktskurve zu finden. Wie schon gesagt,
diese Berechnung ist diese lineare Kurve nur eine Näherung,
für das Betreiben der Modelldampfmaschine aber ausreichend. |
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Propan |
Siedepunkt [°C] |
Butan |
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0% |
-0,50 |
100% |
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10% |
-4,65 |
90% |
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20% |
-8,80 |
80% |
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30% |
-12,95 |
70% |
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40% |
-17,10 |
60% |
|
50% |
-21,25 |
50% |
|
60% |
-25,40 |
40% |
|
70% |
-29,55 |
30% |
|
80% |
-33,70 |
20% |
|
90% |
-37,85 |
10% |
|
100% |
-42,00 |
0% |
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Welches Gas (welche Gasmischung) verwenden?
Im Winter ist es bekanntermaßen kalt. Temperaturen
unter -0,5°C bedingen wegen des Siedepunktes von Butan also,
daß das Butan ohnehin (also auch ohne Druck) nicht mehr
als Gas sondern als Flüssigkeit vorliegt. Natürlich
verdampft es deswegen nicht mehr, flüssiges Butan ist demnach
nicht mehr für einen Gasbrenner geeignet - logisch!
Daraus Folgt: Je kälter es ist, desto mehr Propan im Gasgemisch.
Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von iso-Butan.
Der Siedepunkt von iso-Butan liegt bei -12°C, es ist also
für nicht allzu kalte Tage geeignet.
Im Sommer können zu tief siedende Gemische oder
reines Propan Probleme machen, weil sie sich nicht mehr so ohne
weiteres im (zu warmen) Gastank verflüssigen. Das in den
Gastank einströmende Flüssiggas verdampft augenblicklich.
Im Gastank baut sich dadurch ein Druck auf. Dieser Druck ist aber
zu klein um das Gas zu verflüssigen, verhindert aber, daß
weiters Flüssiggas nachströmt.
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Richtiges
Befüllen des Gastankes:
Im Wesentlichen wird beim Befüllen des Gastankes eine Flüssigkeit
unter Druck umgefüllt. Die Flüssigkeit folgt natürlich
der Schwerkraft, das Umfüllen erfolgt entsprechend aus dem
Vorratsbehälter kopfüber in den Gastank der Dampfmaschine
(gilt auch für alle anderen Umfüllvorgänge wie z.B.
ins Feuerzeug, etc.). Das Flüssiggas rinnt gestützt vom
Druck im Vorratsbehälter in den Gastank, der Idealerweise unter
geringerem Druck steht. Die Umfüllung erfolgt auf diese Weise
rasch, Verluste werden gering gehalten.
Dementsprechend öffne ich den Gashahn des Gastanks beim Befüllen
ein klein wenig. Ein kleiner Teil des einströmenden Gases kann
somit entweichen. Dies hat zwei Effekte. Weiteres Flüssiggas
kann leichter nachströmen, da der Druck im Gastank nicht übermäßig
ansteigt. Außerdem kühlt das Gas beim Expandieren ab,
der Gastank wird kälter und das nachströmende Flüssiggas
bleibt leichter in der Flüssigphase.
Um die Temperatur des Gastanks zu senken ist es Ebenfalls möglich
Gas direkt aus der Gasflasche auf den Tank strömen zu lassen.
Das expandierende Gas kühlt den Tank ebenfalls (Holzhammermethode).
Das Zünden des Brenners erfolgt danach natürlich erst
nach gutem Lüften, es besteht Verpuffungsgefahr - diese Methode
eignet sich definitiv nicht für geschlossene Räume! |
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Gefahrenhinweis:
Flüssiggas bildet beim Verdampfen verhältnismäßig
viel Gas: 100g (~160mL) flüssiges Butan ergeben ca. 40Liter
Gas! Zündfähige Gemische entstehen ab ca. 1,4 Vol.% (Butan)
bis ca. 10,9 Vol.% (Propan). D.h. 100g Butan bilden bereits in 500l
(0,5m³) bis 8m³ (2*2*2m) zündfähige Gemische.
Befindet man sich in der Nähe von Zündquellen oder will
man selbst den Brenner zünden ist also immer Vorsicht geboten!
Insbesondere in geschlossenen Räumen kann eine ungewollte Zündung
durch Funken erfolgen – das Betätigen eines Lichtschalters
oder Ziehen eines Netzsteckers kann ausreichen!
Am besten man bleibt mit der Modelldampfmaschine im Freien und man
achtet auf ausreichende Lüftung! Dies gilt umsomehr für
geschlossene Räume, ausreichende Lüftung ist unbedingt
notwendig! Gasbrenner sind kein Spielzeug für
Kinder! Ausdrücklich verweise ich auf die Eigenverantwortung
beim Bedienen von Gasbrennern!
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Literatur
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